GEH EINFACH

Habe oft darüber nachgedacht, geht das wirklich so einfach? Sind wir als Deutsche zu heimatverbunden , zu pflichtbewusst und sind wir ein Volk von Befehlsempfängern und Duckmäusern geworden? Machen wir nicht oft unsere persönlichen Entscheidungen von anderen Menschen abhängig? Sind wir zu sehr fremdgesteuert? Wer in Deutschland mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, der sieht meist nur noch mürrische Gesichter, kaum einer lacht mehr.  Das ist mir nach Reisen ganz oft aufgefallen, kaum auf dem Flughafen angekommen, wird gemeckert, was das Zeug hält. Wehe das Gepäck ist nicht sofort auf dem Gepäckband. Da kommt man aus der Ferne total relaxt und mit guter Laune wieder zu Hause an und möchte am liebsten gleich wieder weg. Es fällt einem direkt auf, wenn ausländische Touris in die S-Bahn einsteigen, die sind fröhlich, lachen und haben Lebensfreude. Vielleicht habe ich als Berliner auch eine andere Wahrnehmung, mag sein, das es in anderen Bundesländern und kleineren Orten von Deutschland noch nicht so ist. Das würde ich mir wünschen. Viele Menschen denken sicherlich auch in ihrem Leben darüber nach, mal eine Auszeit zu nehmen oder sogar auszuwandern. Hängen wir Deutschen nicht zu sehr an materiellen Dingen, können wir uns nicht lösen aus dem stressigen Berufsalltag? Haben wir zu große Ängste um die Zukunft? Tragen die ständigen Horrormeldungen aus den Medien, was in Deutschland passiert, auch dazu bei, das die Menschen immer unzufriedener werden? Macht euch das nicht auch wütend, das Rentner in einem sogenannten Wohlstand Staat, Flaschen aus dem Müll sammeln, um ihre niedrige Rente aufzubessern? Einige werden nun sagen, es geht den Deutschen doch so gut. Wir haben eine hervorragende medizinische Versorgung, doch wie sieht die in der Realität aus? Es gibt Fälle, das sich Rentner aus finanziellen Gründen keine neue Zähne oder eine Gleitsichtbrille leisten können, das ist doch ein Unding. Gleichzeitig werden ständig die Diäten unserer deutschen Politiker erhöht, die Deutschen nehmen alles hin, kaum einer sagt mal etwas. Ich habe Angst um die Zukunft, um die Kinder und jüngeren Menschen. Deshalb kann ich  einigen raten, nehmt doch mal eine Auszeit “ JUST GO.“ schaut euch die Welt an, wie leben andere Kulturen auf der Welt? Vielleicht stellt ihr dann auch selbst fest, das man seinen individuellen Lebensstandard durchaus etwas runterfahren kann, denn weniger ist mehr ( Less is more ) ! Nach etlichen Reisen und durch das Lesen einiger Beiträge und  vielen Gesprächen von Backpackern und Auswanderern , sehe ich persönlich viele Dinge  anders, als früher. Bin unterdessen viel relaxter geworden, z. B. wenn der Bus ausfällt, dann wartet man eben auf den nächsten oder ich renne auch nicht mehr, um eine Bahn zu erreichen. Fahre dann eben mit der nächsten Bahn. Stelle auch nicht mehr so hohe Erwartungen an mich selbst und setze mich nicht ständig  unter Druck. Habe gelernt, auch mal „Nein“ zu sagen. Bin dankbar darüber, was ich erreicht habe und freue mich über meine Familie. Meine Kinder sind erwachsen und jetzt erfülle ich mir meine Träume. Es beginnt die Zeit und ich kann für mich sagen: GEH EINFACH.

Werde mit offenen Augen durch die Welt reisen, Erfahrungen sammeln und sicherlich auch ein Stück meiner Lebenslust,  Loyalität, Toleranz und innerer Ruhe wiedererlangen, das hoffe ich zumindest.

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8 Comments

  1. Als ob ich in einen Spiegel meiner Gedanken blicke, so wirkt auf mich dein Beitrag. Reisen bildet auch den Charakter, wenn man offen ist, über den Tellerrand zu schauen. Wenn man richtig schaut, ist man für Vieles dankbarer und zufriedener. Was ich noch anmerken möchte:

    Die meisten Reisenden finden die Lebenslust der Menschen in den Urlaubsländern toll, kommen aber damit plötzlich nicht mehr klar, wenn sie in DE auf Menschen aus fremden Ländern treffen. Viele Auswanderer werden in ihren Traumländern nach einer Zeit unzufrieden, weil sie vor dem Auswandern nicht aufmerksam hinterfragt haben, woher diese Lebenslust kommt und erwartet haben, dass sie automatisch mehr Lebensfreude haben, wenn sie nur in der Sonne sind. „Soon come“ können die Meisten auf Jamaika als Tourist super handlen, aber wer tagtäglich damit leben muss, für den scheint das schwierig zu sein. Man muss halt bedenken, dass man, egal wohin, immer auch sich selbst mitnimmt.

    Danke für den Beitrag. Bis bald und Gute Reise …

  2. Frances Dahlenburg

    Liebe Eva, du hast so Recht! Ich bin nach einer langen Reise nicht mehr in Deutschland angekommen. Es war nicht ganz leicht, denn wir haben bei allem Negativen doch auch so einiges zu verlieren. Doch ich habe meine Schlüsse gezogen und bin endgültig gegangen. Wir haben nur dieses Leben! Ich mag deinen Artikel sehr, er hat mir unglaublich aus der Seele gesprochen.

  3. Liebe Eva ,nirgendwo ist es perfekt,das Ideale gibt es nicht.Wo immer man auch ist,muss man das Beste daraus machen 🙂 mit der Sonne im Herzen durch das Leben<3 und Reisen,ja das gefällt mir,so lerne ich gern,durch erleben :)die herzlichsten Grüsse und eine wunderbare Woche <3

  4. Ich finde, man lernt so viel durch das Reisen. Man lernt andere Kulturen und Lebenseinstellungen kennen und man kann sich danach aussuchen, was man in seine eigene Identität integrieren möchte. Ich möchte keine meiner Erfahrungen im Ausland missen – auch nicht die Schlechten, denn die haben mir wahrscheinlich am meisten gelehrt. Ich kann dir also hundertprozentig zustimmen, wenn du sagst, dass man in die Welt hinausgehen und sich mal eine Auszeit gönnen soll 🙂
    Liebe Grüße, Anni

  5. das ist der ehrlichste Bericht den ich seit langem gelesen habe. Bei allen angesprochenen Punkten kann und muss ich dir nur „Recht“ geben. Ich schreibe bewußt nicht der schönste, den es werden Dinge angesprochen die nicht schön sind aber der Wahrheit entsprechen. Also du hast für mich alles richtig gemacht !!!!

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